Belarus – eine Revolution?

Herausgegeben von: Thomas Möbius, Thomas Müller

Die gefälschte Präsidentschaftswahl Anfang August 2020 und die anschließenden Massenproteste haben Belarus auf die Weltbühne katapultiert. Wie sind diese Ereignisse einzuordnen? Welche Vorgeschichte haben sie? Der Themenschwerpunkt „Belarus – eine Revolution?“ erweitert und vertieft die Perspektiven auf ein Land, das international bislang kaum Beachtung fand. Die Autor:innen der 11 Beiträge untersuchen Ursachen und Folgen der aktuellen Ereignisse, schildern die staatliche Willkür und Gewalt und befassen sich mit der vielschichtigen belarusischen Geschichte und Kultur.

Außerhalb des Schwerpunkts diskutiert Yana Milev psychosoziale Folgen einer gesamtdeutschen Geschichtspolitik, die den sowjetischen Beitrag zur Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus kleinredet. Und Hans-Christoph Rauh setzt sich auseinander mit einer Kritik an der Art, die Geschichte der Philosophie in der DDR zu schreiben.

Stichworte: Belarus, Revolution, Protest, Lukaschenko, Autoritarismus

Erschienen: 2021

Inhalt

  • Revolution der Geduld
  • Die verfrühte Revolution
  • Ursachen der Mobilisierung in Belarus 2020
  • Proteste in Belarus – sozioökonomische Hintergründe und linke Politik
  • Der Zweite Weltkrieg und die aktuellen Deutungen der Gewalt in Belarus
  • Bekannter, unbekannter Nachbar
  • Freiheit, Schmerz und Hoffnung
  • Die "heldenhafte Verteidigung der Brester Festung"
  • Die belarusische Nationalliteratur im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts
  • Umkämpft: Das zeitgenössische belarusische Literaturfeld aus institutioneller Perspektive
  • Die Farben einer Parallelen Welt. Auszug
  • Verordnetes Vergessen
  • Anekdoten, Archivberichte, Fallstricke, Mehr-Abstraktionen
  • Besprechungen und Rezensionen 2/2021

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Coverbild von  Belarus – eine Revolution?

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Berliner Debatte | 2021

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Skandal und Empörung

Blog

Vereinsleben | 03.10.2021

Belarus – die aktuelle politische Lage

geschrieben von matthias.weinhold

VERANSTALTUNGSHINWEIS: Am Donnerstag, dem 7. Oktober 2021, diskutieren die Politikwissenschaftlerin Petra Stykow (München) und der Soziologe Andrej Vardomatskij (Warschau) im Franz-Mehring-Platz 1 über die aktuelle politische Situation in Belarus. 

Aus der Redaktion | 10.08.2021

Unorthodox: Die Philosophin Camilla Warnke wird neunzig

geschrieben von thomas.mueller

Heute wird die Philosophin Camilla Warnke neunzig Jahre alt. Wer ihr begegnet, trifft auf eine kleine Frau mit freundlichen, neugierigen Augen und tiefer, warmer Stimme. Dem Klischee der weltentrückten Philosophin entspricht sie ganz und gar nicht. Seit mehr als sechs Jahrzehnten bereichert Camilla Warnke das intellektuelle Leben und den philosophischen Diskurs im deutschsprachigen Raum. Der Vereinsvorstand und die Redaktion gratulieren herzlich und mit großer Dankbarkeit zum 90.

Call for Papers | 13.06.2021

Einsamkeit – Geschichte sozialer Nichtbeziehungen

geschrieben von matthias.weinhold

Wir laden ein, Diagnosen und Verständnisse, aber auch Kulturen und Praktiken von Einsamkeit seit dem 18. Jahrhundert bis heute freizulegen, die sich räumlich nicht auf Europa beschränken müssen: Welche Normen und Werte liegen entsprechenden Positionen zugrunde? Welche sozialen Strukturen fördern oder überwinden Einsamkeit? Welche Transformationen und Kontinuitäten prägen die letzten 300 Jahre? In welchem Verhältnis stehen Einsamkeitsdiskurs und soziale, ökonomische und technische Veränderung: Wird in Phasen verdichteten Wandels Einsamkeit verstärkt thematisiert? Wann und für wen erscheint Einsamkeit als Bedrohung, Alleinsein als Freiheit? Wessen Einsamkeit und Alleinsein wird problematisiert, wessen legitimiert? Wie wird Einsamkeit bekämpft? Inwiefern wird sie als Zustand gesehen, in dem der Mensch zu sich selbst findet?

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