Ältere Ausgaben der Berliner Debatte

Cover von „Russland in Blut gewaschen“. Ein Revolutionsjahr und seine Folgen in der Literatur

„Russland in Blut gewaschen“. Ein Revolutionsjahr und seine Folgen in der Literatur

Das 100-jährige Jubiläum der Russischen Revolution 1917 ruft vielfältige Formen der Erinnerung hervor. Die zahlreichen, in den letzten Jahren erschienenen Neu- und Widerentdeckungen russischer bzw. sowjetischer Prosa über Revolution und Bürgerkrieg legen es nahe, die historischen und politikwissenschaftlichen Betrachtungen um den Blick der Literatur zu erweitern. Die literarischen Spiegelungen der Revolution und ihrer Folgen eröffnen einen eigenen Zugang, in dem sich subjektive und historische Sicht verschränken. Die Beiträge des Schwerpunkts gehen den Fragen nach: Wie werden die Revolution und ihre Folgen in der Literatur dargestellt und verarbeitet? Welche Sicht auf die Geschichte...

Wladislaw Hedeler, Thomas Möbius
Russland, Sowjetunion, Russische Revolution, Bürgerkrieg, Sozialismus, Literatur, Ukraine, Hochschulpolitik
05/2017
Cover von Big Data als Theorieersatz

Big Data als Theorieersatz

Big Data ist zum Schlagwort für das Sammeln und Auswerten enormer Datensätze geworden, die aus den digitalen Aktivitäten der Menschen gefiltert und von Algorithmen auf Muster hin analysiert werden. Wirtschaft, Politik, Alltagskommunikation, Öffentlichkeit, Kultur und Sport - all das wird von Big Data Schritt für Schritt durchdrungen. Doch was bedeutet Big Data für Wissenschaft und Forschung, vor allem: für die Sozial- und Geisteswissenschaften? Diese Frage steht im Mittelpunkt des aktuellen Themenschwerpunkts. Sie zu stellen, liegt nicht zuletzt deshalb nahe, weil sich mit dem Aufstieg von Big Data eine Provokation verbindet, die direkt auf das Selbstverständnis der Sozial- und...

Gregor Ritschel, Thomas Müller
Big Data, Data Mining, Machine Learning, Internet, Massendaten, Überwachung, Datenschutz
02/2017
Cover von Leben mit der Krise

Leben mit der Krise

Der jährlich erscheinende „Bericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit“ stößt meist kaum auf öffentliche Resonanz. In diesem Jahr war das anders. In ungewohnt deutlichen Worten weist der aktuelle Bericht auf die Gefahr hin, die Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit für Ostdeutschland darstellen: Auf dem Spiel stehe der gesellschaftliche Frieden, aber auch die nach wie vor fragile ökonomische Entwicklung werde durch rechtsextreme Gewalt und fremdenfeindliche Übergriffe zunehmend bedroht.

Der Hass und die Wut, die in Angriffen auf Flüchtlinge zum Ausdruck kommen, geben ebenso zur Besorgnis Anlass wie der Aufstieg autoritär-populistischen Protests in Gestalt von...

Rainer Land, Andreas Klärner
Krise, Narration, Lebenswelt, Arbeitslosigkeit, Migration, Pegida, AfD, Rechtspopulismus, EU, Populismus, Flüchtlinge, Vollgeld, Geldsystem
10/2016
Cover von Die Lücke der Utopie. Kritik, Ermächtigung, Trost

Die Lücke der Utopie. Kritik, Ermächtigung, Trost

Vor 500 Jahren, 1516, erschien Thomas Morus’ „Utopia“. Der Titel wurde zum Begriff eines literarischen Genres wie einer „Form von Zukunftserwartung, ja eines Weltverhaltens überhaupt“ (Jürgen Teller): Das Entwerfen gesellschaftlicher Alternativen verband sich mit dem Begriff der Utopie. Wir nehmen das Jubiläum zum Anlass, zu erkunden, wie Utopien die Lücke zwischen Sein und Sollen denken. Welche gesellschaftlichen Probleme und Erwartungen artikulieren sich in ihnen? Was leisten Utopien: Sind sie Kritik, Handlungsanleitung oder hypothetisches Ideal, reales oder gedankliches Experiment? Und wofür stehen Utopien heute? Führen die gegenwärtigen Krisen zu neuen Utopien? Ermächtigen diese zum...

Johanna Wischner, Thomas Möbius, Florian Schmid
Utopie, Dystopie, Thomas Morus, Science Fiction, Gesellschaftskritik, Aufklärung, Feminismus, Sozialismus, Bauhaus, Sowjetunion, Rechtspopulismus, sozialer Wandel, wirtschaftliche Stagnation, Anarchismus, Transformationstheorie
06/2016
Cover von Wissen – Macht – Arbeit. Professionen und Wissensberufe im Wandel

Wissen – Macht – Arbeit. Professionen und Wissensberufe im Wandel

Unter den Vorzeichen der Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft ändert sich das Arbeitsleben rasant. Traditionelle Karriereverläufe lösen sich zunehmend auf. Digitalisierung und Automatisierung drohen ganze Berufsgruppen verschwinden zu lassen, während zugleich neue Berufsfelder entstehen und sich äußerst dynamisch entwickeln. Der Themenschwerpunkt rückt zwei akademische Berufsgruppen in den Blick, deren Metier die „Kopfarbeit“ ist. Für sie ergeben sich durch den Strukturwandel der Arbeit ganz spezifische Herausforderungen. Die einzelnen Beiträge beleuchten verschiedene Professionen und Wissensberufe und zeigen, wie Anforderungen der Politik und Verwaltung Gestaltungsspielräume...

Thomas Müller, Helga Marburger
Professionalität, Professionalismus, Wissensarbeit, Digitalisierung, Big Data, Gesundheit, EU, Terrorismus, Islamischer Staat, Vollgeld
03/2016
Cover von Politische Theorie (post-)modern. Eine Erkundung

Politische Theorie (post-)modern. Eine Erkundung

Was bedeutet es, dass politische Entscheidungen als „alternativlos“ dargestellt werden, wo doch zugleich in der Postmoderne gerade ein Überangebot an Alternativen zu bestehen scheint? In der scheinbaren Gleichzeitigkeit von Erstarren und Beliebigkeit der politischen Leitlinien besteht eine der zentralen Herausforderungen der zeitgenössischen politischen Philosophie und Theorie. Der Schwerpunkt dieses Heftes befasst sich damit, die gegenwärtigen Optionen politischen Denkens auszuleuchten. Politisches Denken entsteht unter schwierigen, scheinbar paradoxen Bedingungen. Die einzelnen Beiträge erkunden nicht nur die bestehenden Spannungen und Widersprüche, sondern stellen auch Ansätze vor,...

Johanna Wischner
Liberalismus, Demokratie, Konvivialismus, Cyberwar, Marx, Marxismus, Ausbeutung, Vigilantismus
12/2015
Cover von Heiner Müller: Macht, Geist & Katastrophengier

Heiner Müller: Macht, Geist & Katastrophengier

Am 30.12.2015 jährt sich Heiner Müllers Todestag zum zwanzigsten Mal. Müllers vornehmlich dramatisches Oeuvre ist genuin politisch. Die DDR und der Kommunismus sind das Material, das er vor menschheitsgeschichtlichem Hintergrund auslotete. Die postmoderne Attitüde wie der ernsthaft dramaturgische Gestus, der auf der Annahme einer qualitativ anderen Zukunft aufruht, sind für die Gegenwart nur in vermittelter Form noch eine Provokation. Müllers Stücke sind gleichwohl weiterhin weltweit auf den Bühnen präsent. Unter den Schlagworten Macht, Geist und Katastrophengier fragen wir im Themenschwerpunkt nach deren Wirkungen in unserer „postheroischen“ Zeit. Außerdem: Loïc Wacquants...

Sebastian Huhnholz, Harald Bluhm
postdramatisches Theater, Katastrophe, Kapitalismus, Zeit, Trotzki, Deutschland
10/2015
Cover von 25 Jahre Deutsche Einheit: Ostdeutschlands fragmentierte Integration

25 Jahre Deutsche Einheit: Ostdeutschlands fragmentierte Integration

Die Herstellung der deutschen Einheit durch die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion am 1. Juli 1990 und den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik am 3. Oktober 1990 setzte im Osten Deutschlands einen umfassenden Adaptions-, Transformations- und Integrationsprozess in Gang, der alle Lebensbereiche erfasste. Der Vereinigungsprozess führte dabei im letzten Vierteljahrhundert nicht nur zu einer Umgestaltung der neuen Bundesländer, sondern ergriff, was in den ersten Jahren von wichtigen, vor allem westdeutschen Akteuren nicht gewollt und von vielen Beobachtern kaum gesehen wurde, die gesamte bundesrepublikanische Gesellschaft. Der aktuelle Themenschwerpunkt bilanziert die Entwicklungen der...

Ulrich Busch, Raj Kollmorgen
Aufbau Ost, Ostdeutschland, Eliten, Sozialstaat, Vermögen, Ungleichheit
06/2015
Cover von Piketty kontrovers: Reichtumskonzentration und Ungleichheit

Piketty kontrovers: Reichtumskonzentration und Ungleichheit

"Berliner Debatte Initial" hat die Veröffentlichung von Thomas Pikettys Bestseller "Das Kapital im 21. Jahrhundert“ zum Anlass genommen, einen breiteren Einblick in die gegenwärtigen wissenschaftlichen Debatten um ökonomische Ungleichheit zu vermitteln. Der Themenschwerpunkt dieses Heftes versammelt Beiträge, die den Anstieg der Ungleichheit aus der Perspektive verschiedener Disziplinen und Denkrichtungen beleuchten. Dabei wird auch die Bedeutung der Bezieher von Spitzeneinkommen (top 1 percent) für die gegenwärtige Gesellschaft diskutiert. Die Auswahl der Texte verdeutlicht die Vielfalt der Aspekte, die die Ungleichheitsproblematik in sich birgt. Dabei wird auch deutlich, dass die...

Christian Toft, Giacomo Corneo
Piketty, Kapital, Elite, Einkommen, Ungleichheit, Reichtum
04/2015
Cover von Jugend und Revolte im "Arabischen Frühling"

Jugend und Revolte im "Arabischen Frühling"

Trotz ihrer entscheidenden Rolle und aktiven Beteiligung in den Protestbewegungen in Nordafrika und im Nahen Osten und insbesondere in den Ländern, in denen die alten Regime gestürzt wurden (Tunesien, Ägypten, Libyen) ist die junge Generation in den neuen politischen (Un-)Ordnungen, politischen Institutionen, Parteien oder Entscheidungsprozessen kaum oder gar vertreten. In den anderen Ländern des südlichen und östlichen Mittelmeerraums (z.B. in Marokko, Algerien, Jordanien) fühlt sich die Jugend ebenfalls nicht genügend repräsentiert und die Partizipationsmöglichkeiten bleiben begrenzt. Gleichzeitig werden die Zukunft und die Perspektiven gerade dieser jungen Generation besonders...

Isabel Schäfer
Tunesien, Arabischer Frühling, Ägypten, Türkei, Gezi-Park, Libyen
12/2014
Cover von Stadtkindheit – Aufwachsen in urbanen Räumen

Stadtkindheit – Aufwachsen in urbanen Räumen

Die menschliche Zukunft liegt in den Städten – das ist fast schon ein Gemeinplatz zeitgenössischer Stadtforschung und Stadtpolitik. Weltweit zieht es immer mehr Menschen in urbane Räume. Mitte des 21. Jahrhunderts, so eine Prognose, werden rund drei Viertel der Weltbevölkerung in Metropolen leben. Außer Frage scheint damit zu stehen, dass Städte eine Zukunft haben. Umstritten ist aber, wie die Städte der Zukunft aussehen sollen und welche Bevölkerungsgruppen dort unter welchen Bedingungen und mit welchen Optionen leben können. Bezogen auf die westliche Hemisphäre kann man wohl sagen, dass die Potentiale und die Attraktivität städtischen Lebens wieder mehr Beachtung finden. Dies gilt...

Jörg Nicht
Stadt, Kindheit, Demokratie, Raum
11/2014
Cover von Krieg ohne Heimatfront?

Krieg ohne Heimatfront?

„Der Krieg findet nicht statt“ – Baudrillards Diktum zum Ersten Irakkrieg im Jahr 1991 scheint eine durchaus zutreffende Charakterisierung westlicher Kriege nach dem Kalten Krieg zu sein. Militärische Konfrontationen, so scheint es, haben sich in den zwei Jahrzehnten nach Ende des Kalten Krieges zunehmend von der Oder-Neiße-Grenze an den Hindukusch verlagert. Doch es ist nicht nur die geographische Distanz, durch die der Krieg in den westlichen Gesellschaften immer mehr aus dem öffentlichen Bewusstsein rückt. Vielmehr tragen zunehmend diffuse Feindbilder, die Transformation der medialen Kriegsbilder vom blutigen Heldenepos hin zu einer sterilen Technologiedemonstration, oder auch die...

Eric Sangar
Krieg, Geschichtspilosophie, Katastrophe, Demokratie, Afghanistan, Gewalt, Militär
06/2014
Cover von Innovativer Rechtsextremismus?

Innovativer Rechtsextremismus?

In der massenmedialen Öffentlichkeit, in Teilen der politischen Klasse und selbst in einigen Strömungen der Sozialforschung erscheint der organisierte Rechtsextremismus in der Bundesrepublik immer wieder als eine Bewegung, die sich sowohl in ihren soziopolitischen Inhalten, ihren politischen Handlungsformen wie ihren kulturellen Leitbildern und Orientierungsmustern vor allem durch Fortschrittsfeindlichkeit und Antimodernismus, Traditionalität und Konventionalität sowie Dumpf- und Trägheit auszeichnet. Diese Perspektive verfehlt den gegenwärtigen Rechtsextremismus nicht nur analytisch, sondern bedeutet auch für die politische Auseinandersetzung eine Problemverengung und damit potentielle...

Raj Kollmorgen, Matthias Quent
NPD, Rechtsextremismus, Neofaschismus, Rechtsradikalismus
01/2014
Cover von Solitär - André Gorz

Solitär - André Gorz

Die verfahrene politische Lage in Europa sowie die in der Bundesrepublik Deutschland vorherrschende Windstille in den politischen und politisch-akademischen Debatten lassen Rekurse auf solitäre Figuren, die sich als Querdenker und Häretiker auszeichnen sowie eigensinnig und mit ernsthaft-existentialistischem Gestus gedacht und gehandelt haben, als besonders verlockend erscheinen. Aus diesem Grund möchten wir mit dem vorliegenden Schwerpunkt die Aufmerksamkeit auf den jenseits des Mainstreams liegenden André Gorz lenken und die instruktiven Anregungen, die theoretischen Grundlagen und die häretische Kreativität dieses Intellektuellen betonen.

Harald Bluhm, André Häger
Ökonomie, Ökologie, Philosophie, Politik, Freiheit, Marxismus, Existentialismus
11/2013
Cover von Auf der Jagd nach Gefühlen

Auf der Jagd nach Gefühlen

Der amerikanische Historiker Peter Stearns sagte bei einer Tagung in Bielefeld 2006, dass hinter den immensen Summen, die in die Erforschung der Emotionen in der Neurologie, Neuropsychologie, Psychologie usw. fließen, größtenteils die US-Armee stehe – und hinter dieser die Regierung und folgerichtig auch der Steuerzahler. Dieser wisse möglicherweise gar nicht, dass er sich so sehr für jene Orte im Gehirn interessiert, an denen angeblich Emotionen lokalisierbar sind. Aber gerade für Kriegsführungszwecke handelt es sich vermutlich um ein unschätzbares (wenn auch unsicheres und kontroverses) Wissen. Ich habe nun nicht überprüft, ob Stearns mit seiner Vermutung im Detail Recht hat. Es...

Eva Köppen
Philosophie, Soziologie, Geschichte, Emotionen, Affekte
07/2013
Cover von Postdiktatorische Räume

Postdiktatorische Räume

Im Sommer 2012 debattierte das Madrider Abgeordnetenhaus einen Antrag der Partei Izquierda Unida (IU, Vereinigte Linke) über die Schaffung eines Museo de la Memoría Democrática (Museum der demokratischen Erinnerung) in der spanischen Hauptstadt. Die Realisierung dieses Museums, welches u.a. den Opfern des Franquismus gewidmet sein sollte, wurde mit den Gegenstimmen der rechtskonservativen Partido Popular (PP, Volkspartei) mit der Begründung abgelehnt, dass “nach vorne geschaut werden [müsse] anstatt die Spanier zu spalten, alte Wunden aufzureißen, die Geschichte zu verzerren, und damit den neuen Generationen Hass und Ressentiments einzuimpfen“.

Robert Stock
Postdiktatur, Jugoslawien, Portugal, Spanien, Polen, Utopie
04/2013
Cover von Bildung und Biologie

Bildung und Biologie

Wer momentan nach pädagogischer Ratgeberliteratur sucht, findet ohne große Mühe Titel wie „Jedes Kind ist hoch begabt. Die angeborenen Talente unserer Kinder und was wir aus ihnen machen“, „Wie Kinder heute lernen. Was die Wissenschaft über das kindliche Gehirn weiß. Das Handbuch für den Schulerfolg“, „Bildung braucht Persönlichkeit. Wie Lernen gelingt“ oder „Medizin für die Bildung. Ein Weg aus der Krise“. Verfasst sind diese Bücher von Neurobiologen und Medizinern, die eine breitere Öffentlichkeit mittlerweile aus Funk, Fernsehen und Feuilleton kennt. Dass sie sich kontinuierlich und engagiert zu einer Vielzahl von Bildungs- und Erziehungsfragen äußern, ist ein Anzeichen dafür, dass...

Thomas Müller, Jonas Frister
Naturalismus, Neurowissenschaft, Pädagogik, Erziehung, Schule, ADHS, Psychiatrie, Medizin
01/2013
Cover von Literatur und Utopie

Literatur und Utopie

In den 80er Jahren des 20.Jahrhunderts war das Thema „Literatur und Utopie, Literatur als Utopie“ ein zentrales Thema der literaturwissenschaftlichen und philosophischen Forschung. Heute scheint dieses Thema in der Literaturwissenschaft wie in der Philosophie bestenfalls ein Randthema zu sein. Gleichzeitig ist aber festzustellen, dass das Problem des Utopischen in der Gegenwartsliteratur in neuer Gestalt zur Sprache kommt.

Udo Tietz
Gegenwartsliteratur, Philosophie, Katastrophe, Houellebecq
11/2012
Cover von Jenseits der Orthodoxie. Ansätze für einen Paradigmenwechsel in der Wirtschaftstheorie

Jenseits der Orthodoxie. Ansätze für einen Paradigmenwechsel in der Wirtschaftstheorie

Als vor hundert Jahren die „Titanic“, bejubeltes Wunderwerk damaliger Technik, unterging, erschien das wie ein Menetekel kommender Katastrophen. Im selben Jahr, 1912, beschloss der Geschichtsphilosoph Oswald Spengler seinem Hauptwerk den Titel „Der Untergang des Abendlandes“ zu geben. Spengler war überzeugt davon, dass ein Jahrhunderte langer Prozess des kulturellen Untergangs ähnlich dem der Antike nun dem Abendland bevorstehe. Mit diesem Titel verlieh er der Endzeitstimmung und der Erschütterung des bürgerlichen Weltbildes plastischen Ausdruck. Er hatte – wie beispielsweise auch Thomas Mann mit seiner Metapher des Dekadenten und dessen Absterben im „Tod von Venedig“ – einen guten...

Ulrich Busch
Krise, Gottfried Haberler, Hyman P. Minsky, Keynes, Elinor Ostrom
07/2012
Cover von Honeckers Welt

Honeckers Welt

Proletarische Lebensweise war ihm mitnichten fremd, ganz sicher aber hatte er sich mit der Zeit von ihr entfremdet. Erich Honeckers gebetsmühlenhaft wiederholte, monumentalische Elogen auf das Anfang der 1930er Jahre nahe Kasachstan aus russischem Boden gestampfte Hütten-Kombinat Magnitogorsk W. I. Lenin mag in Sachen Schwerstarbeiterglorifizierung noch manchen Zeitgenossen überzeugt haben. Immerhin sprach daraus nicht nur der für die erste Jahrhunderthälfte typische Machbarkeits- und industrielle Größenwahn, sondern ebenso die nicht minder betäubende, den jungen Saarländer vor allem aber enorm beeindruckende Wucht einer mit Menschen-, Güter- und Landmassen kalkulierenden stalinistischen...

Sebastian Huhnholz
Erich Honecker, Solidarnosc, Perestroika
04/2012